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Dachdecker auf einem gedeckten Dach

Dachdecker

Das Dachdecker 1×1: Dachdecker in Deutschland

– Allgemeine Informationen

Ihr Dach schützt Sie und Ihr Haus vor Wind und Wetter. Witterungen wie Hagel, Schnee, Sturm, Hitze und Regen verlangen ihm einiges ab. Dabei ist das Dachdeckerhandwerk vielseitig und komplex und beschäftigt sich mit mehr als der Dachreparatur und Dacheindeckung. Dachdecker übernehmen auf Ihrem Dach den alljährlichen Frühjahrsputz und sorgen ganzjährig für eine fachgerechte Wiederinstandsetzung. Und falls das Dach noch gänzlich fehlen sollte, Sie es umbauen lassen möchten oder es energetisch saniert werden soll, Dachdecker diese Arbeit selbstverständlich auch.

Wir beantworten Ihre Fragen:

 

Was macht ein Dachdecker?

Spätestens seit der Energiesparverordnung ist der Dachdecker ein gefragter Handwerker. Er saniert, renoviert, repariert und modernisiert. Er sorgt rundum für ein wetterfestes und energieeffizientes Gebäude. In Deutschland hat der Dachdecker in seiner Ausbildung die Wahl zwischen den Fachrichtungen “Dach-, Wand- und Abdichtungstechnik” oder “Reetdachtechnik”. Je nach Region kann er sich dann noch auf bestimmte Materialien, wie Reet in Norddeutschland oder Schiefer im Mittelgebirge, spezialisieren. Neben den üblichen Dacharbeiten kümmert er sich um einiges mehr.

Die Aufgaben im Überblick:

  • Dacheindeckung und -abdeckung
  • Dachreparatur
  • Installieren von Solaranlagen und -systemen
  • Abdichten von Böden, Dächern und Wänden
  • Bekleidung und Dämmung von Fassaden
  • Einbau von Dachfenstern und Dachluken
  • Installation von Blitzableiter
  • Wärmedämmung laut Energiesparverordnung an Wänden und Dächern

Wo arbeiten Dachdecker?

Die Dachdeckerei ist, wie schon erläutert ein unglaublich vielseitiges Handwerk. So ist es nicht weiter verwunderlich, dass der Dachdecker nicht nur auf dem Dach arbeitet, sondern sich auch um eine fachgerechte Dämmung vom Keller über die Außenwände bis hin zum Dach kümmert. Er ist im Ausbaugewerbe und in Bedachungsbetrieben zu finden. Die Betriebe, in denen der Dachdecker arbeitet, gehören der Dachdeckerei, der Bausprenglerei oder Klempnerei an, welche sich im Zentralverband des Deutschen dachdeckerhandwerks organisieren.

Der Zentralverband des Deutschen Dachdeckerhandwerks

Der Zentralverband des Deutschen Dachdeckerhandwerks ist ein Verband der hiesigen Arbeitgeber und Betriebe. Sie kümmern sich um Tarif- und Rahmenverträge und setzen sich für die politischen, solzialen und wirtschaftlichen Interessen ein. Gemeinsam mit dem Bund Deutscher Zimmermeister ist er im Zentralverband des Deutschen Baugewerbes. Zusätzlich übernimmt er auch die Öffentlichkeitsarbeit der Dachdeckerei und erstellt Richtlinien und Fachregeln für die Dachdecker.

Was kostet ein Dachdecker?

Der Preis eines Dachdeckers definiert sich durch die unterschiedlichsten Faktoren und hängt ganz von den Dacharbeiten ab. Wie üblich verteilen sich die Kosten auf Arbeitsaufwand, Arbeitszeit und Materialkosten. Dabei sind auch Dachgröße, Dachneigung und Eindeckungsart wichtig. Dachlattung, Unterspannbahn und Dachfirstmontage fließen genauso in die Kosten mit ein, wie die Bauschuttentsorgung und die nötigen Vor- und Nacharbeiten. Die Lebensdauer eines Dachs beträgt im Durchschnitt circa 40 Jahre, also ist dies eine Investition, von der Sie lange etwas haben werden.

Das Dach selbst ein zudecken wird hingegen nicht empfohlen, da die Verletzungsgefahr sehr hoch ist und ein fehlerhaftes Dach Folgeschäden, wie Schimmel mit sich bringt.

§ 35a Absatz 3 EStG

Der § 35a ist ein Geschenk des Staates an alle Privathaushalte, welches Ihnen ermöglicht, 20 % der Dachdeckerkosten zu sparen. Dafür füllen Sie bei Ihrer Steuererklärung ganz einfach die entsprechenden Felder mit aus, hängen Kontoauszug und Rechnung mit an und reichen alles zusammen ein. Bitte beachten Sie, dass keine Barzahlung berücksichtigt wird. Es muss auf dem Kontoauszug erkennbar sein, dass Sie den Betrag an den Dachdecker überwiesen haben.

Welche Dacharten und -formen gibt es?

Im Dachdeckerhandwerk unterscheidet man zwischen zwei Dacharten – Kaltdach und Warmdach. Das Kaltdach wird seit Tausenden von Jahren genutzt und hat sich im Laufe der Zeit weiterentwickelt und verändert. Heute wird es in zweischaligen Dachkonstruktionen gebaut. Bei dem Warmdach hingegen wird die Dachhaut direkt auf die Dämmschicht aufgetragen und verbunden. Es kommt vorwiegend bei Flachdächern zum Einsatz.

Grundsätzlich unterscheiden Dachdecker zwischen zwei Dachkonstruktionen: dem Flachdach und dem Steildach.

Flachdach

Laut Definition handelt es sich um ein Flachdach, wenn es eine Neigung von 2° bis 20° hat. Vor allem im Süden Europas bekannt, erlangt es auch bei uns mehr und mehr an Beliebtheit. Der große Vorteil eines Flachdachs ist die Möglichkeit, es als Terrasse nutzen zu können. Zusätzlich kann der Raum unter dem Dach, aufgrund fehlender Schrägen effektiver genutzt werden. Die Konstruktion wird mit Balken oder Platten erbaut. Die in den 20er Jahren aufkommenden Zweifel an Sicherheit und Qualität haben sich im Laufe der Zeit erledigt. Dank neuer Technik, moderner Materialien und einer stabileren Konstruktion gehören diese Zweifel der Geschichte an.

Es gibt drei unterschiedliche Arten:

  • Das belüftete Flachdach (Kaltdach): Die Idee hinter dem zweischaligen Kaltdach war, das Steildach so flach zu bauen, dass ein Lüftungsschacht entsteht. Es ergaben sich jedoch immer wieder Probleme mit der Querlüftung, sodass es zu zahlreichen Folgeschäden kam.
  • Das unbelüftete Flachdach (Umkehrdach): Das Umkehrdach löste das Kaltdach ab. Die Schichten Dampfsperre und der Abdichtung werden auf unterhalb der Wärmedämmung zusammengefasst. Die Wärmedämmung ist somit nicht mehr vor Feuchtigkeit geschützt und muss darf daher weder Wasser aufnehmen, noch darf es schrumpfen.
  • Das unbelüftete Flachdach (Warmdach): Das unbelüftete Dach ist die am häufigsten verwendete Flachdachkonstruktion. Im Gegensatz zum Umkehrdach wird die Dachabdichtung oberhalb der Wärmedämmsschicht angebracht.

Steildach

Das Steildach hat eine sehr lange Tradition. Laut Definition hat es eine Neigung von über 20° und wird üblicherweise mithilfe einer Stabkonstruktion aus Holz erbaut. Dabei hat man die Wahl zwischen Sparrendach, Pfettendach und Kehlbalkendach.  Die Formenvielfalt des Steildachs ist riesig. Wir haben für Sie die bekanntesten Dachformen zusammengestellt.

  • Satteldach/Giebeldach: Die klassischste und beliebteste Form in den nördlichen Gebieten ist das Satteldach. Es ist vielseitig in seiner Gestaltung, unglaublich Wirtschaftlich und hält sämtlichen Witterungen stand. Je nach Neigung und Höhe kann es als Sparrendach oder als Pfettendach gebaut werden.
  • Pultdach: Im Gegensatz zum Satteldach hat das Pultdach nur eine geneigte Seite, dabei handelt es sich um eine einseitige Sparrendachkonstruktion. Es hat meist eine flache Neigung und eignet sich hervorragend für Solaranlagen.
  • Walmdach: Zusätzlich zu den Traufseiten, hat das Walmdach auch zu den Giebelseiten geneigte Dachflächen. Dabei wird die Windlast de Daches verringert. Des weiteren hat ein Walmdach immer einen Dachfrist – laufen alle Seite zu einer Spitze zusammen, bezeichnet man die Form als Pyramidendach.
  • Krüppelwalmdach: Hier handelt es sich um eine Sonderform des Walmdachs, bei der die Dachflächen die Giebelseiten nur teilweise bedecken. Das Krüppelwalmdach gilt als besonders stabil.
  • Schleppdach: Eine zusätzliche geneigte Dachfläche erweitert das Hauptdach über die Traufe hinaus. Das Schleppdach hat eine langjährige Tradition bei den Gebäuden der Landwirtschaft und ist mittlerweile auch in der zeitgenössischen Architektur zu finden.
  • Kreuzdach: Diese Sonderform des Satteldachs ist leicht an seinen vier Giebeln zu erkennen. Es wird oft beim Turmbau verwendet.
  • Tonnendach: Das Kreissegment ist charakteristisch für diese Dachform und ähnelt einer halben, liegenden Tonne. Obwohl das Tonnendach in der Baukunst selten ist, gehört es doch zu einer der ältesten Formen weltweit. Die Dachform selbst übernimmt hier die Statik und muss nicht zusätzlich durch Dachbalken gestütz werden.
  • Kuppeldach: Die Dachform ist hier gewölbt, wie eine Kuppel. Das wohlberühmteste Kuppeldach in Deutschland ist das Dach des Reichstags in Berlin.
  • Sheddach: Vorallem bei großen Grundflächen kommt das Sheddach oder Zahnsägedach zum Einsatz. Hierfür werden mehrer Sattel- oder Puttdächer aneinander gereit.
  • Pyramidendach: Vier gleichgroße Dachseiten laufen über einen quadratischen Gebäudequerschnitt in einer Spitze zusammen, welche oft mit einer Turmkugel oder einer Wetterfahne abschließt.
  • Weitere Dachformen: Mansarddach mit Giebel, Schopf oder Fußwalm; Zwerchdach bzw. Lukarne; Mansardwalmdach, Fußwalmdach, Schmetterlings- bzw. Grabendach, Parralleldach, Kegeldach, Faltdach, Grabendach, Glockendach, Zwiebeldach u.v.m.

Was macht ein Dach energieeffizient?

Aufgrund strengeren Vorschriften in der Energiesparverordnung und Einführung des Wärmepasses steigt der Beliebtheitsgrad des Dachdeckers stetig. Die umfangreichen Kenntnisse in Dach-, Keller- und Fassadendämmung machen ihn zum richtigen Ansprechpartner. Für ein energieeffizientes Dach ist eine fachgerechte Dachdämmug ausschlaggebend.

Im Dachdeckerhandwerk gibt es drei verschiedene Wege zur Wärmedämmung:

  • Aufsparrendämmung: Feste Platten aus Steinwolle oder ähnlichen Materialien werden oberhalb der Sperren angebracht. Es entsteht so eine durchgehende Dämmung, was sowohl bauphysikalisch wie auch wärmeschutzdämmend sehr gut ist. Zusätzlich werden energetische Schwachstellen vermieden.
  • Zwischensparrendämmung: Die Innenseite wird mit einer zusätzlichen Folie vor Feuchtigkeit geschützt. Das Dämmmaterial wird dann zwischen die Sperren geklemmt. Weit verbreitet ist dabei die Nutzung der Glaswolle “Klemmfilz”.
  • Untersparrendämmung: Dämmmaterial wird unter den Sparren angebracht und wird oft mit der Zwischensparrdämmung kombiniert. Es können so Wärmebrücken wirksam reduziert werden.

Zusätzlich lohnt es sich, eine Solaranlage auf dem Dach zu installieren. In Kombination mit der richtigen Dämmung und Abdichtungstechnik sinken die Heiz- und Energiekosten erheblich. Man sollte auch nicht vergessen, dass Bund und Länder einen energetischen Bau bzw. Sanierung durch bestimmte Förderungen finanziell unterstützen.

 

Dachdecker auf einem Steildach

 

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